Gedicht der Probe-Imker 2012

Schwarz auf Weiß es in der Zeitung stand,
neue Imker braucht das Land!
Bad Schwalbachs reger Bienenclub
setzt an zum frischen Imkerschub.

Dem Ruf gefolgt sind wir sechs Laien.
In die Imkerei uns einzuweihen
hat Herr Vester übernommen,
und besser hätts nicht können kommen.

Mit Rähmchen basteln fing es an,
Herr Vester hatte seinen Spaß daran.
Denn nicht jeder hatte, ach du Graus,
den Bogen mit dem Hammer raus.

Dann ging‘s daran, uns auszurüsten,
mit Handschuh, Meißel, Bienenkisten.
Zu guter Letzt, bei Nebel und Nacht,
wurden die Bienen nach Ramschied gebracht.

Die Imker-Uni zwischen Feld und Wald,
wird uns zur zweiten Heimat bald.
Ob Regen, Kälte, Sonne, Wind
Stets mittwochs wir zusammen sind.

Ob Spielenäpfchen, Kippkontrolle
Weiselzelle, Blütenpolle
Alles wird uns hier erklärt,
erstaunlich, was man so erfährt.

Wir sind am Gucken, Lernen, Schauen
Da denkt der Chef auch schon ans Klauen.
„Wir müssen schleudern“, sagt er dann
„Im Morgengrauen tretet an!“

Gesagt, getan. So war’s dann auch.
Bewehrt mit Meißel, Besen, Rauch
kam es zum großen Raub der Waben,
denn wir wollten Honig haben.

Mit schweren Waben gut bestückt
sind wir dem Chef auf die Bude gerückt.
Entdeckeln und ab in das Dreh-Karussell
So erntet man Honig heut ziemlich schnell.

Jetzt folgt das Putzen, Pflegen, Waschen,
ab und zu am Honig naschen.
Rühren und die Feuchte messen
Sollte man niemals vergessen.

Und weiter geht’s, die Bienen pflegen,
dann gibt’s noch einmal Honigsegen.
Die Ernte war wirklich enorm.
Herrn Vester‘s Bienen sind in Form.

Füttern steht nun auf der Liste.
Wir tun Zuckerwasser in die Kiste.
Pommes oder Schweinebraten
davon wurde abgeraten.

Dann folgt der Kampf gegen die Plagen.
Der Varroa geht’s nun an den Kragen.
Die Waffe heißt Ameisensäure,
der Milbe blüht das Ungeheure.

Der Lehrgang sich dem Ende neigt.
Uns wurde wirklich viel gezeigt,
viel Praxis und auch Theorie.
Diesen Kurs vergessen wir nie!

Drum tausend Dank für Ihre Zeit,
die zu geben Sie bereit.
Für all die Tipps und Tricks, und auch Ihr Wissen,
den Mittwoch werden wir vermissen.

Auch Ihrer Frau viel Dank wir schulden,
was musste sie mit uns erdulden.

Drum hoch die Gläser „Danke sehr“
Sie haben nun sechs Imker mehr!

Karin Herden